Die Bilanz des Hochwassers: Dämme sind gebrochen, Felder und Höfe wurden überflutet, ganze Ernten sind vernichtet. Mehr als 100 Biobauern in Deutschland und ihre Familien sind Opfer der Hochwasserkatastrophe geworden. Ein Beispiel ist der Betrieb der Familie Ines Franz in Dresden-Gohlis. Der Hof (Mitglied des Gäa-Verbandes, Bild siehe unten) befindet sich inmitten der Elbtalaue, etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der gesamte Hof wurde von den Wassermassen überflutet, die erste Etage des Hauses stand völlig unter Wasser. Zerstört sind Hofladen, Kühlzelle und die gesamte Ernte. Normalerweise arbeitet der Betrieb im Gemüsebau und bietet Urlaub auf dem Biohof an. Inzwischen hat Ines Franz mit den Aufräumarbeiten auf dem Hof begonnen.

Wenn Sie diesem und anderen betroffenen Biohöfen (Details siehe Text unten!) helfen wollen, können Sie auf folgendes Konto spenden:

Konto: 13 022 710
BLZ: 430 609 67
Bank: GLS Gemeinschaftsbank eG
Kontoinhaber: Gemeinnützige Treuhandstelle e.V.
Verwendungszweck: "HOCHWASSERHILFE BIO-LANDWIRTE"

      

Aktuelle Bilder vom Hof Familie Ines Franz in Dresden-Gohlis:

      

Wichtiger Hinweis: Bitte den Verwendungszweck unbedingt angeben, auch Name und Adresse des Spenders sollen deutlich auf dem Überweisungsträger genannt werden. Der Kontoauszug gilt bei Spenden im Zusammenhang mit Naturkatastrophen nach Erlaß des Finanzministeriums als Spendenbescheinigung und kann als solche beim Finanzamt eingereicht werden.

Das Spendenkonto wird von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft in der Gemeinnützigen Teuhandstelle e.V. in Bochum verwaltet. Die Stiftung sorgt kurzfristig in Absprache mit der SÖL für einen Vergabebeirat, dem Mitglieder aus den ökologischen Anbauverbänden aus den Überschwemmungsgebieten angehören werden. Mit den Spendengeldern sollen Biohöfe unterstützt werden, die direkt von Überschwemmungen betroffen sind, also überflutet wurden. Die Hilfe soll Betriebe erreichen, die nicht "nur" Ernteverluste haben, sondern in denen Gebäude, Maschinen, Einrichtung, Tiere vernichtet, stark beschädigt oder verletzt wurden. Auf der Internetseite der Zukunftsstiftung wird über die Verwendung der Spendengelder berichtet.

Weitere Details zur Hochwasserkatastrophe und betroffenen Biobauern
Stand: Mittwoch, 28. August 2002, 10:00 Uhr

Nach Angaben des Anbauverbandes Gäa sind in Sachsen etwa 100 Betriebe verschiedener Anbauverbände (40% der Ökobetriebe in Sachsen!) von den Wassermassen betroffen, davon 20 Betriebe sehr schwer. In Sachsen-Anhalt sind sechs Gäa-Betriebe schwer betroffen. Hier konnten Tiere zum größten Teil in Sicherheit gebracht werden. Die Höfe mußten vor der Räumung bis zur letzten Minute bewacht werden, damit nicht noch Material entwendet wird.

Pressesprecherin Angelika Hoppe (Gäa): "Die Schäden reichen von völliger Überflutung bis zu Blitzeinschlägen, Erntevernichtung und weggeschwemmter Technik. Die Schadensummen sind noch nicht genau zu beziffern und in einigen Fällen bedrohen sie die Existenz der Höfe." Betroffen sei zum Beispiel auch die völlig überflutete Getreidemühle in Waldkirchen, die mit der Wasserkraft der Zschopau Biogetreide mahlt. Auch ein Abokistenservice in Sachsen hat nach Angabe von Angelika Hoppe sein ganzes Lager inklusive Waren verloren. Unter Wasser stand die größte Verbrauchergemeinschaft in Sachsen, so die Gäa-Sprecherin. Die Kühlzelle und Waren in den Lager- und Verkaufsräume im Dresdner Umweltzentrum seien im 1,80 Meter hohem Wasser untergegangen. Das gleiche Schicksal ereilte auch andere Umweltinitiativen und Gewerbetreibende im Umweltzentrum. Die Verbrauchergemeinschaft versorgt normalerweise rund 1.200 Dresdner mit Bioprodukten. Die Flut hat somit auch Auswirkungen auf nicht direkt vom Wasser betroffene Biobetriebe, weil wichtige Vertriebsstrukturen zusammengebrochen sind.

In Mecklenburg-Vorpommern berichtet der Anbauverband Biopark über drei Betriebe, deren Flächen zu einem großen Teil überflutet wurden. Die Tiere konnten rechtzeitig gerettet werden. Die Überschwemmungsgebiete in der Nähe der Elbe werden normalerweise stark für die ökologische Tierhaltung genutzt.

Der Bioland-Verband meldet direkte Überflutungsschäden bei 2 Betrieben in Sachsen und bei einem Betrieb in Sachsen-Anhalt. Die Höfe seien völlig von der Flut überspült worden und standen unter Wasser. Betroffen seien die Betriebe von Familie Reiche in Gruna und Familie Hannes in Grimma, beide im Muldetal. Nach Angaben der Bioland-Geschäftsstelle sind hier Gebäude, Maschinen und Teile der Ernte verloren gegangen. Es sei aber zum Glück gelungen, die Tiere zu retten. Bioland-Pressesprecher Ralf Alsfeld weist jedoch auch auf andere Regenschäden hin: "Die gewaltigen Niederschlagsmengen haben große Schäden in der Getreide-, Kartoffel- und Gemüseernte verursacht." Dies gelte zum Beispiel auch für Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern. Innerhalb des Verbandes wurde ein eigenes Spendenkonto eingerichtet.

Erhebliche Schäden meldet auch Naturland. Insgesamt sind bis jetzt sieben Naturland-Betriebe in Sachsen betroffen. Naturland-Pressesprecher Carsten Däbert: "Bei einzelnen Betrieben stand das Wasser bis zum ersten Stock, Stall und Silo sind zum Teil sehr stark beschädigt. Es fehlt vor allem Futter." Die Futtermittelbörse des Landes Sachsen solle jetzt erste Abhilfe schaffen. In Kürze findet eine Krisensitzung von betroffenen Betrieben und dem zuständigen Naturland-Berater statt. Erst dann könne man nähere Angaben zu den genauen Schäden machen.

Neben Geldspenden sind auch Sachspenden in den Überflutungsgebieten willkommen. Angelika Hoppe (Gäa): "Benötigt werden zum Beispiel Kühlzellen, Kühltheken, Kühlschränke, Einrichtungsgegenstände wie Lagerregale und Waagen oder auch Bio-Waren für Hofläden oder die Verbrauchergemeinschaft." Gern werden auch Futtermittel und Trocknungstechnik oder andere Naturalspenden von nicht betroffenen Biohöfen entgegengenommen oder vermittelt.

Wer gern persönlich vor Ort mithelfen möchte, kann sich bei der Gäa in Dresden melden (Tel.: 0351/4012389, angelika.hoppe@gaea.de). Hier werden Helfer für die Aufräumarbeiten auf Biohöfen vermittelt, die mit Sicherheit mehrere Wochen anhalten werden.

Biobetriebe sollten grundsätzlich zur Schadenerfassung mit den zuständigen Ämtern für Landwirtschaft und Ihrem Anbauverband Kontakt aufnehmen.

Eine zusammenfassende Information über Wiederaufbauhilfen für betroffene Landwirte findet sich auf den Seiten des mdr.

Das Verbraucherschutzministerium informiert auf seinen Internetseiten über eigene Hilfsprogramme.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet zur Beseitigung der Unwetterschäden und zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen ein Darlehensprogramm im Umfang von 100 Millionen Euro an. Die Kredite dürfen entgegen der sonstigen Bedingungen auch für Betriebsmittel und kurzlebige Wirtschaftsgüter eingesetzt werden und werden bis zu einer Darlehensobergrenze von 500 000 Euro ausgegeben. Der Nominalzinssatz beträgt bei einer vierjährigen Laufzeit mit einem Tilgungsfreijahr 4,4 Prozent. Zur Finanzierung von Ersatzinvestitionen sind auch andere Laufzeiten (6, 10, 15 und 20 Jahre) möglich. Dann liegen die Zinssätze allerdings anders. Die Abwicklung erfolgt über die Hausbank oder die jeweilige Sparkassen. Dort liegen auch die genauen Konditionen vor. Rückfragen sind möglich bei: Dr. Karin Gress, Tel.: 069/2107-393, Fax: 069/2107-447, E-Mail: gress@rentenbank.de

Ein Übersicht mit zahlreichen Links zu Hochwasserfragen, staatlichen Hilfsprogrammen und sonstigen Initiativen in den einzelnen Bundesländern findet sich hier.

Eine Internet-Hilfsbörse für landwirtschaftliche Sachspenden wurde durch Raiffeisen und das Landvolk Niedersachsen eingerichtet. Hier können Spender Ihre Angebote kostenlos veröffentlichen. Landwirte in Hochwassergebieten, die Interesse an den Sachspenden haben, können direkt mit den Anbietern Kontakt aufnehmen.

Zusammenstellung: Matthias Baerens, baerens&fuss, Stand: 28.8.2002, 12:00 Uhr